Liquiditätsplanung für Unternehmer

Stellen Sie sich folgende Situation vor: Ihr Jahresabschluss weist einen satten Gewinn aus und Sie wollen das mit Ihrer Liebsten bei Kerzenschein und gutem Essen feiern, haben aber kein Geld, um den Restaurantbesuch zu bezahlen. Im Gegenteil: Sie stehen kurz davor, Insolvenz anzumelden, weil auf Ihrem Konto nicht einmal genug Geld ist, um die Büromiete zu zahlen. Utopisch? Leider tägliche Realität!

Rentabilität versus Liquidität

Der Jahresgewinn in der Rentabilitätsplanung sagt nämlich nur aus, dass Sie über das Geschäftsjahr gesehen Gewinn erwirtschaftet haben; ob Sie, der Unternehmer, aber derzeit Geld auf Ihrem Konto haben, hat mit dem Jahresgewinn nichts zu tun. Dafür brauchen Sie eine Liquiditätsplanung, die Aufschluss darüber gibt, ob Sie über Geld verfügen und Ihre Verbindlichkeiten bezahlen können.

Grundlage der Liquiditätsplanung sind die Zeitpunkte der Zahlungseingänge und Zahlungsausgänge im Unternehmen, während in der Rentabilitätsplanung lediglich Einnahmen und Ausgaben gegenübergestellt werden und ein Überschuss/Fehlbetrag dargestellt wird.

Liquiditätsplanung und ihre Bedeutung im Unternehmen

Ich kann jedem Unternehmer, der kein Polster von mehreren zehntausend Euro besitzt, nur dringend empfehlen, eine Liquiditätsplanung zu entwerfen und konsequent zu pflegen. Der Aufwand ist, neben der Einrichtung, die mit Grundkenntnissen in Excel maximal zwei Stunden dauert, gering: Sie können von höchstens zwei Stunden wöchentlich ausgehen. Und mit diesem minimalen Einsatz kennen Sie täglich Ihren Kontostand und wissen, wie flüssig Ihr Unternehmen ist.

Liquiditätsplanung: Schritt für Schritt

Wie also sieht eine Liquiditätsplanung konkret aus? Es geht darum, sichtbar zu machen, ob zu einem bestimmten Zeitpunkt Geld da ist oder nicht. Es werden Zahlungszeitpunkte abgebildet: Geldabgänge für Mieten, Mitarbeiter und Ware sowie Geldeingänge, weil Ihre Kunden die Rechnungen bezahlen oder die Arbeitsagentur einen Personalkostenzuschuss für Ihren langzeitarbeitslosen Mitarbeiter überweist.

Welche Zeitintervalle gewählt werden sollten hängt von der Art Ihres Unternehmens ab; fallen viele Zahlungen an, sollte der Rhythmus kleiner sein als bei wenigen Zahlungen. Meistens ist ein Wochen- oder Zehntagesrhythmus am sinnvollsten.

Und jetzt konkret: In den Spalten stehen die Zahlungszeitpunkte. In den Zeilen ganz oben stehen die Geldeingänge, also beispielsweise die Namen Ihrer Kunden. Darunter ziehen Sie eine Summe. In den folgenden Zeilen stehen alle fixen und variablen Geldausgänge, die im Unternehmen anfallen: z. B. Miete, Telefon und Reisekosten. Auch diese werden summiert.

Als Anfangsbestand geben Sie nun in der drittletzten Zeile Ihren derzeitigen Kontostand ein; dazu addieren Sie die Summe aus Einnahmen abzüglich Ausgaben (zweitletzte Zeile) und finden in der letzten Zeile den heutigen Kontostand Ihres Unternehmens, der gleichzeitig als Anfangsbestand in die nächste Spalte (drittletzte Zeile) fortgetragen wird

Mit nur geringem Zeitaufwand sollten Sie Ihre Liquiditätsplanung mindestens wöchentlich aktualisieren; dieses Tool ermöglicht Ihnen die genaue Planung Ihrer Zahlungen und schützt vor unangenehmen Überraschungen. Gerade in Zeiten knapper Liquidität sind Sie durch dieses Planungstool in der Lage, mit Ihren Gläubigern über Stundungen oder Fristverlängerungen zu verhandeln, bevor Ihr Unternehmen in Zahlungsverzug gerät und können Schwierigkeiten bereits im Vorfeld begegnen.

Sie wollen sofort loslegen? Hier finden Sie ein Beispiel einer vereinfachten Liquiditätsplanung als pdf zum Download.

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